von Ricarda Gehlhaar

In einer sehr guten und intensiv geführten Partie revanchiert sich die HSG Heilbronn für die Niederlage im Hinspiel und sichert sich damit vorzeitig die Meisterschaft

Das Spitzenspiel der Landesliga zwischen der HSG Heilbronn und der HSG Kochertürn/Stein war von großer Bedeutung für die Meisterschaft. Das ehrgeizige Team aus dem Kochertal hatte dem aktuellen Spitzenreiter aus Heilbronn die bisher einzige Saisonniederlage beigebracht und es war offensichtlich, dass die Gäste diesen Erfolg gerne wiederholen wollten.

Die taktische Situation war im Vorfeld relativ einfach zu bestimmen. Die Damen aus dem Kochertal können auf ihre bekannte offensive und aggressive Abwehr setzen und im Angriff auf ihre Torjägerin Steffi Dähnel vertrauen, die mit 18 Toren im letzten Heimspiel, den Rekord mit 13 Toren von Larissa Krebs aus dem Spiel gegen Lauffen/Neipperg nochmal übertroffen hatte. Die HSG HN setzt auf das gebundene Angriffsspiel, die hervorragenden Qualitäten ihrer Rückraumspieler im Parallelstoß und auf eine souveräne Torhüterleistung.

Die Partie begann erwartungsgemäß sehr turbulent und die Gäste hatten zunächst die Nase vorn. Trotz einer kurzen Deckung gegen die Top-Angreiferin lagen die Kochertürnerinnen nach 10 Minuten zu Recht mit 3:6 in Führung. Die Kobras wussten aber sehr wohl um ihre mentale und konditionelle Stärke und blieben gelassen. Mit ruhigen, durchdacht vorgetragenen Angriffen und gestützt auf eine von Ulla Kurtz und Franzi Kiebel gut organisierte Abwehr gelang es in der 12. Spielminute den 6:6 Ausgleich herzustellen. Auch die Umstellung, weg von der kurzen Deckung gegen Steffi Dähnel und hin zu einer 5:1-Deckung mit Nadine Maier an der Spitze, stellte die Gegnerinnen vor eine neue Herausforderung. Zwei weitere schnelle Tore der Gäste veranlassten Kobracoach Stefan Krebs allerdings dann doch zu einer ersten Auszeit.  Obwohl Bianca Hummel sehr gut agierte und zu diesem Zeitpunkt bereits 2 Tore erzielt hatte und einmal nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden konnte, entschied er sich jetzt für den Einsatz von Larissa Baumann am Kreis. Diese Entscheidung wirkte sich sehr positiv auf das Heilbronner Spiel aus, denn die durchsetzungsstarke und treffsichere Torjägerin machte ihr bestes Saisonspiel. Sie erzielte insgesamt 8 Treffer, war mehrfach nur durch Foulspiel zu stoppen und sperrte immer wieder ihre Mitspielerinnen frei. So gelang nach der Auszeit durch einen Doppelschlag der Krebs-Sisters wieder der Ausgleich zum 8:8 (18.Minute). Nachdem die flinke Kristin Obertautsch letztmals die Gäste in Führung brachte, waren es Larissa Baumann und abermals Larissa und Silja Krebs, die jetzt ihr Team mit 2 Toren zum 11:9 in Führung warfen. Als sich danach die immer stärker werdende Melina Eschle zum 13:10 und 14:11 durchtankte schien eine erste Vorentscheidung gefallen. Allerdings dachten die Damen aus Kochertürn noch nicht daran aufzugeben und kämpften mit ihren Mitteln gegen die drohende Niederlage an. Bis zum Seitenwechsel konnten sie nochmals auf 15:13 verkürzen.

In der Kabine waren die Worte von Trainer Stefan Krebs klar und deutlich. Alle sollten da weiter machen, wo sie in den letzten Minuten der ersten Halbzeit aufgehört hatten. Dieses Spiel wollten die Kobras auf keinen Fall mehr aus der Hand geben. So starteten die Frauen der HSG HN hoch motiviert in die zweite Halbzeit. Durch drei weitere Treffer durch Larissa Baumann am Kreis konnten die Kobras binnen 10 Minuten einen 5 Tore Vorsprung zum 21:16 in der 40. Minute herausspielen und den Gegner zu einer frühen Auszeit zwingen. Diese verfehlte ihre Wirkung nicht. Binnen 5 Minuten konnten die Kochertürnerinnen, angeführt durch ihre starke Spielmacherin Steffi Dähnel, zum 23:21 bis auf 2 Treffer verkürzen. Allerdings ließen sich die Kobras, wie so oft in dieser Saison, dadurch nicht aus der Ruhe und dem Konzept bringen. Vor allem die Abwehr war jetzt hell wach, aggressiv und agierte stark im Verbund. So ließ diese in der verbleibenden viertel Stunde nur noch 4 Tore zu. Im Angriff spielten die Kobras weiterhin konsequent ihre Chancen heraus und als Nadine Maier mit einem Traumtor in der 54. Minute das 26:22 erzielte, ahnten die zahlreichen Fans der Heilbronner, jetzt ist das Spiel entschieden. Die Gastgeberinnen verteidigten ihren 4 Tore Vorsprung bis zur 59. Minute souverän, in der Schlußminute krönte Larissa Baumann ihre tolle Leistung mit 2 weiteren Toren und stellte mit 31:25 den Endstand her.

Fazit: Neben der tollen Leistung am Kreis durch das Duo Baumann/Hummel, war es insbesondere die starke Defensive mit zwei gut aufgelegten Torhüterinnen, die an diesem Abend den Unterschied ausmachte.

Mit diesem Sieg ist den Kobras die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen und sie können dem letzten Saisonspiel gelassen entgegensehen.  Der Sieg an diesem Abend hatte allerdings auch einen kleinen Wermutstropfen zur Folge, denn dies hatte gleichzeitig zu bedeuten, dass Larissa Krebs ihr letztes Spiel bestritten hatte. Die Kobras sagen DANKE für 3 wundervolle Jahre! Du bleibst immer ein Teil des Teams.

Wir bedanken uns bei allen Fans und Zuschauern für die tolle und lautstarke Unterstützung und freuen uns, wenn zum letzten Heimspiel, am Dienstag den 26.4.22 um 20 Uhr, zahlreiche Fans noch einmal den Weg in die Leintalhalle finden. Zu Gast wird die SG Schozach-Bottwartal 2 sein.

 

Für HSG Heilbronn spielten:

Carolin Bozic, Nadine Maier (2), Mareike Giese, Franziska Kiebel, Melina Eschle (4), Ulla Kurtz, Lara Gläß, Ricarda Gehlhaar, Larissa Baumann (8), Bianca Hummel (2), Jessica Reinhardt, Larissa Krebs (8/3), Silija Krebs (7),

Gelbe Karten: Carolin Bozic (1), Nadine Maier (1), Melina Eschle (1),

Zeitstrafen: Lara Gläß (2), Silija Krebs (2),

Für HSG Koch/Stein spielten:

Anna Körner, Stephanie Dähnel (9/4), Vanessa Winzig (1), Kristin Obertautsch (3), Carina Körner, Vanessa Rehn, Maren Kühner, Amelie Pilz (1), Julia Tauber (4), Ina Kühner (4), Lara Krieger (1), Claudia Mezger (2), Pamela Schöbel,

Gelbe Karten: Stephanie Dähnel (1), Kristin Obertautsch (1), Lara Krieger (1),

Zeitstrafen: Stephanie Dähnel (1), Amelie Pilz (1), Ina Kühner (1), Lara Krieger (2),

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